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Ratgeber Altersvorsorge

Rürup-Rente:
Für wen sich die Basisrente lohnt, und für wen nicht

Die Rürup-Rente, offiziell Basisrente, ist eine private Rente mit großem Steuervorteil: Deine Beiträge kannst du 2026 bis 30.826 € im Jahr von der Steuer absetzen. Dafür ist das Geld bis zur Rente fest gebunden, und die Rente wird im Alter versteuert. Hier steht ehrlich gerechnet, für wen sich das lohnt.

Dennis Mann Von Dennis Mann · freier Finanzberater aus Mannheim
Veröffentlicht am · Aktualisiert am

Rürup-Rente:
Die kurze Antwort

Kurz gesagt

Sie lohnt sich vor allem für Selbstständige und Gutverdiener mit hohem Steuersatz, die das Geld bis zur Rente sicher nicht brauchen. Du sparst heute Steuern und zahlst dafür im Alter Steuern auf die Rente. Das Geld kommt nur als lebenslange Rente jeden Monat zurück, frühestens ab 62. Geld zurück bei Kündigung, beleihen, auf einmal auszahlen oder frei vererben: Das geht alles nicht.

Was ist eine Rürup-Rente?

Eine private Rente fürs Alter, die der Staat über die Steuer fördert. Im Gesetz heißt sie Basisrente. Du zahlst Beiträge ein, setzt sie von der Steuer ab und bekommst ab Rentenbeginn jeden Monat eine Rente bis zum Lebensende. Abschließen kann sie jeder, ob selbstständig, angestellt oder verbeamtet. Damit sie gefördert wird, schreibt das Gesetz strenge Regeln vor1:

  • Rente bis zum Lebensende: Du bekommst jeden Monat eine Rente, so lange du lebst. Fachwort: Leibrente.
  • Frühestens ab 62: Vorher gibt es kein Geld aus dem Vertrag.
  • Nicht vererbbar, nicht übertragbar, nicht beleihbar, nicht verkaufbar: Das Geld gehört zu deiner Rente und zu nichts anderem.
  • Keine Auszahlung auf einmal: Du bekommst eine lebenslange Rente.
  • Kein Geld zurück bei Kündigung: Eine Auszahlung oder Beitragsrückerstattung bei Kündigung darf der Vertrag nicht vorsehen10.
  • Zusätze möglich: eine Rente bei Berufsunfähigkeit und eine Rente für Hinterbliebene. Mehr dazu weiter unten.

Ob „Rürup-Rente“ oder „Basisrente“: Es ist dasselbe Produkt7.

Höchstbetrag 2026:
So viel kannst du absetzen

Single30.826 € im Jahr
Ehepaar mit gemeinsamer Steuererklärung61.652 € im Jahr
Davon zählen für die Steuer100 %

Was heißt „absetzen“? Das Finanzamt rechnet so, als hättest du um deinen Beitrag weniger verdient. Zahlst du 3.600 € im Jahr ein, zahlst du Steuer nur noch auf ein um 3.600 € kleineres Einkommen. Seit 2023 zählen die Beiträge dabei voll, also zu 100 %1.

Woher die Zahl kommt: Der Rürup-Höchstbetrag steht nicht als fester Euro-Betrag im Gesetz. Er ist an den Höchstbeitrag zur Rentenversicherung der Bergleute (knappschaftliche Rentenversicherung) gekoppelt und wird jedes Jahr neu berechnet1:

Beitragsbemessungsgrenze knappschaftliche Rentenversicherung 2026124.800 €
mal Beitragssatz 202624,7 %
Ergibt, auf volle Euro aufgerundet30.826 €

Beide Werte sind für 2026 amtlich festgelegt: die Grenze von 124.800 € in der Rechengrößen-Verordnung16, die 24,7 % in der Bekanntmachung der Beitragssätze5. Den Euro-Betrag von 30.826 € haben wir daraus nach § 10 Abs. 3 EStG selbst berechnet. Zum Vergleich: 2025 waren es 29.344 €7. Steigt die Grenze, steigt auch dein Höchstbetrag.

Lohnt sich die Rürup‑Rente für Angestellte?
Warum weniger übrig bleibt

Für Angestellte und andere Arbeitnehmer lohnt sich die Rürup-Rente vor allem bei hohem Gehalt und hohem Steuersatz, ihr Spielraum ist aber kleiner als bei Selbstständigen, weil ihre Beiträge zur gesetzlichen Rente schon einen Teil des Höchstbetrags belegen.

In den Topf von 30.826 € zählen deine Beiträge zur gesetzlichen Rente, und zwar dein Anteil und der deines Arbeitgebers. Den steuerfreien Arbeitgeberanteil zieht das Finanzamt danach wieder ab1. Für deinen Vertrag bleibt nur, was übrig ist.

Bruttogehalt im Jahr (Beispiel)60.000 €
Rentenbeitrag 18,6 % (halb du, halb Arbeitgeber)11.160 €
Bleibt für die Basisrente19.666 €

Eigene Berechnung: 30.826 € minus 11.160 €. Beitragssatz 18,6 % laut Bekanntmachung für 20265. Auch bei Beamten wird der Betrag gekürzt, weil sie ohne eigene Beiträge eine Pension bekommen1.

Für einen Beitrag von 300 € im Monat (3.600 € im Jahr) reicht das also locker. Ob sich die Basisrente für dich lohnt, hängt vor allem von deinem Steuersatz heute und im Alter ab.

Mit Zusatz:
Berufsunfähigkeit und Hinterbliebene

Eine Basisrente kann mehr als die Altersrente. In denselben Vertrag lassen sich eine Rente bei Berufsunfähigkeit oder Erwerbsminderung und eine Rente für deine Hinterbliebenen einbauen1. Dafür gelten feste Regeln10:

  • Mehr als die Hälfte für die Altersrente: Mehr als 50 % deines Beitrags müssen in deine eigene Altersrente fließen, der Rest darf die Zusätze bezahlen.
  • Alles in einem Vertrag: Dann zählt der ganze Beitrag als Beitrag zur Basisrente und ist im Rahmen des Höchstbetrags absetzbar. Schließt du die Absicherung getrennt ab, gelten für sie andere Regeln.
  • Wer als Hinterbliebener zählt: nur dein Ehepartner oder eingetragener Lebenspartner und deine Kinder, solange es für sie Kindergeld oder den Kinderfreibetrag gibt.
  • Rente bei Berufsunfähigkeit: Sie darf enden, wenn du wieder gesund bist oder deine Altersrente beginnt. Möglich ist auch, dass du bei Berufsunfähigkeit keine Beiträge mehr zahlen musst.

Ehrlich gesagt: Was in die Zusätze fließt, fehlt später in der Altersrente. Ob ein Zusatz in der Basisrente oder eine eigene Versicherung besser zu dir passt, rechnen wir im Einzelfall durch.

Rechenbeispiel:
Selbstständig, 35, 300 € im Monat

Wie viel Steuer du sparst, hängt von deinem Einkommen ab. So sieht es in einem typischen Fall aus. Alle Werte sind Annahmen:

selbstständig, nicht rentenversicherungspflichtig 35 Jahre, ledig zu versteuerndes Einkommen 60.000 € Beitrag 300 € im Monat = 3.600 € im Jahr ohne Kirchensteuer

Zu versteuerndes Einkommen ist das, was nach allen Abzügen übrig bleibt und worauf die Steuer berechnet wird. Es ist also weniger als dein Umsatz oder Gewinn.

Ohne Beitrag
Zu versteuern60.000 €
Einkommensteuer 202614.233 €
14.233 € Steuer
Mit 3.600 € Beitrag
Zu versteuern56.400 €
Einkommensteuer 202612.866 €
1.367 € weniger Steuer
Von 300 € im Monat holst du dir rund 114 € über die Steuer zurück. Der Beitrag kostet dich also rund 186 € im Monat.

Eigene Berechnung nach dem Einkommensteuertarif 20263. Kein Solidaritätszuschlag, weil die Steuer unter der Freigrenze von 20.350 € liegt6. Mit Kirchensteuer wäre die Ersparnis etwas höher. Das Geld bekommst du über die Steuererklärung zurück.

Wie die Basisrente mit anderen Bausteinen zusammenspielt, wenn du selbstständig bist, zeigt unser Ratgeber Altersvorsorge für Selbstständige.

Rürup-Rente:
Ab welchem Einkommen lohnt sie sich?

Eine feste Einkommensgrenze gibt es nicht, im Gesetz steht keine. Entscheidend ist dein Grenzsteuersatz: Das ist der Steuersatz, den du auf jeden zusätzlichen Euro zahlst, und genau den sparst du auf jeden eingezahlten Euro3.

  • Bis 12.348 € zu versteuerndem Einkommen (Grundfreibetrag 2026) zahlst du keine Einkommensteuer. Dann sparst du auch nichts.
  • Darüber steigt der Grenzsteuersatz von 14 %: bei 25.000 € sind es gut 26 %, bei 40.000 € knapp 32 %, bei 60.000 € knapp 39 %.
  • Ab 69.879 € sind es 42 %, ab 277.826 € 45 %. Höher geht es nicht.

So sieht das bei gleichem Beitrag von 3.600 € im Jahr aus, ledig, nur das Einkommen ändert sich:

Zu versteuernSteuer gespartDas sindKostet dich im Monat
Zu versteuern: 25.000 €930 €26 %222 €
Zu versteuern: 40.000 €1.117 €31 %207 €
Zu versteuern: 60.000 €1.367 €38 %186 €
Zu versteuern: 100.000 €1.692 €47 %159 €

Eigene Berechnung, Tarif 20263. Bei 100.000 € ist der Solidaritätszuschlag eingerechnet, der dort mit sinkt6. Ohne Kirchensteuer. Grenzsteuersätze aus der Tarifformel berechnet und gerundet.

Je näher dein Grenzsteuersatz an 42 % liegt, desto mehr bringt dir der Beitrag heute. Liegt dein Einkommen nur knapp über dem Grundfreibetrag, bringt er wenig. Ob es sich am Ende lohnt, entscheidet aber erst der Vergleich mit deinem Steuersatz im Alter (siehe unten). Als Angestellter zählt außerdem, wie viel vom Höchstbetrag nach deinen Beiträgen zur gesetzlichen Rente noch übrig ist.

Auszahlung der Rürup-Rente:
So bekommst du das Geld

Für die Auszahlung gelten bei der Basisrente feste Regeln aus Gesetz und Finanzverwaltung1, 10:

  • Frühestens ab 62: Wann genau deine Rente beginnt, steht in deinem Vertrag.
  • Jeden Monat, lebenslang: Erlaubt ist nur eine monatliche Rente. Der Vertrag darf vorsehen, dass bis zu zwölf Monatsrenten in einer Zahlung zusammengefasst werden.
  • Die Rente darf nicht sinken: Sie bleibt gleich oder steigt. Ihre Höhe berechnet der Anbieter kurz vor Rentenbeginn aus deinem Guthaben, einer Sterbetafel und einem festen Zins.
  • Kein Kapital, kein Auszahlplan: Alles auf einmal oder in Raten über eine feste Zahl von Jahren ist nicht erlaubt. Einzige Ausnahme: Ist die Rente sehr klein, darf der Anbieter sie mit einer Einmalzahlung abfinden (Kleinbetragsrente).
  • Rentengarantiezeit nur für Hinterbliebene: Eine Rentengarantiezeit kannst du vereinbaren, zum Beispiel zehn Jahre. Stirbst du in dieser Zeit, bekommen die restlichen Renten aber nur dein Ehe- oder eingetragener Lebenspartner oder Kinder, für die es noch Kindergeld gibt. Andere Erben bekommen nichts. Mehr dazu beim Hinterbliebenen-Zusatz.

Von der Rente gehen Steuer und gegebenenfalls Kranken- und Pflegeversicherung ab. Wie viel, steht im nächsten Abschnitt.

Besteuerung der Rürup-Rente:
Die Tabelle nach Rentenbeginn

Ab Rentenbeginn ist ein fester Anteil deiner Rente steuerpflichtig. Wie hoch, hängt nur vom Jahr ab, in dem deine Rente beginnt. Es gilt dieselbe Tabelle wie für die gesetzliche Rente2:

202382,5 %
202483 %
202583,5 %
202684 %
202784,5 %
202885 %
202985,5 %
203086 %
203186,5 %
203287 %
203387,5 %
203488 %
203588,5 %
203689 %
203789,5 %
203890 %
203990,5 %
204091 %
204191,5 %
204292 %
204392,5 %
204493 %
204593,5 %
204694 %
204794,5 %
204895 %
204995,5 %
205096 %
205196,5 %
205297 %
205397,5 %
205498 %
205598,5 %
205699 %
205799,5 %
2058100 %

Jahr des Rentenbeginns und steuerpflichtiger Anteil laut § 22 EStG2. Frühere Jahrgänge: bis 2005 50 %, 2020 80 %, 2021 81 %, 2022 82 %.

So funktioniert die Tabelle: Bis 2022 stieg der Anteil für jeden neuen Rentnerjahrgang um einen Prozentpunkt. Mit dem Wachstumschancengesetz steigt er rückwirkend ab 2023 nur noch um 0,5 Prozentpunkte. Deshalb sind Renten erst ab Rentenbeginn 2058 voll steuerpflichtig, nicht schon ab 204017.

Dein Anteil bleibt fest: Der Prozentsatz deines Startjahrs gilt für die ganze Rentenzeit (Fachwort: Kohortenprinzip). Aus ihm wird im ersten vollen Rentenjahr dein steuerfreier Teil in Euro berechnet, und dieser Euro-Betrag bleibt danach gleich. Spätere Erhöhungen der Rente sind deshalb voll steuerpflichtig2.

Beispiel (Annahme): Deine Rente beginnt 2026 und beträgt im ersten vollen Jahr 12.000 €. 84 % davon sind steuerpflichtig, also 10.080 €. Steuerfrei bleiben 1.920 € im Jahr, und zwar lebenslang. Steigt die Rente später auf 12.500 €, sind 10.580 € steuerpflichtig.

Eigene Berechnung nach § 22 EStG2. „Steuerpflichtig“ heißt nicht, dass du darauf auch Steuer zahlst: Wie viel tatsächlich anfällt, hängt von deinem gesamten Einkommen im Alter ab.

Für unseren 35-Jährigen heißt das: Geht er mit 67 in Rente, also 2058, ist seine Rente aus dem Vertrag zu 100 % steuerpflichtig. Heute spart er auf jeden eingezahlten Euro 38 Cent. Wie viel er im Alter abgibt, hängt von seinem gesamten Einkommen dann ab. Liegt sein Steuersatz im Alter zum Beispiel bei 25 % (Annahme), gehen von 100 € Rente 25 € an das Finanzamt.

Krankenkasse nicht vergessen: Bist du als Rentner freiwillig gesetzlich krankenversichert, zahlst du auch auf diese Rente Kranken- und Pflegeversicherung. In der Pflichtversicherung für Rentner bleibt sie beitragsfrei8. Welche Versicherung für dich gilt, sagt dir deine Krankenkasse.

ETF-Rürup-Rente:
Basisrente mit Fonds

Eine eigene „ETF-Rürup-Rente“ gibt es im Gesetz nicht. Gemeint ist eine fondsgebundene Basisrente: Bis zur Rente fließen deine Beiträge in Fonds, bei vielen Verträgen auch in ETFs, also günstige Indexfonds. Für sie gelten alle Regeln der Basisrente1, 10.

  • Auch mit ETFs kein Kapital: Anders als bei einer normalen Fondspolice kannst du dir das Fondsguthaben nicht auszahlen lassen. Es wird zu Rentenbeginn in eine lebenslange Rente umgewandelt.
  • Der Rentenfaktor entscheidet: Er sagt, wie viel Rente du im Monat für je 10.000 € Fondsguthaben bekommst14. Beispiel (Annahme): 100.000 € Guthaben und ein Faktor von 25 ergeben 250 € Rente im Monat. Bei Abschluss sagen Versicherer oft nur einen Mindestfaktor zu.
  • Kosten für den Mantel: Ein ETF selbst kostet wenig. Dazu kommen aber die Kosten des Vertrags: Abschluss, Verwaltung und Fondskosten. Zusammen zeigen sie die Effektivkosten15.
  • Kursschwankungen: Bis zum Rentenbeginn schwankt dein Guthaben mit den Börsenkursen. Wie hoch die Rente wird, steht erst zu Rentenbeginn fest.

Unterm Strich: ETFs machen die Basisrente bei der Geldanlage günstiger und chancenreicher. An den festen Regeln ändern sie nichts. Vergleiche deshalb Effektivkosten und garantierten Rentenfaktor, nicht nur die Fonds.

Rürup-Rente:
Nachteile und Vorteile

Vorteile
  • Hoher Steuervorteil, bis 30.826 € im Jahr absetzbar1.
  • Rente bis zum Lebensende, egal wie alt du wirst.
  • Bei Pfändung oder Privatinsolvenz ist das Geld in gesetzlichen Grenzen geschützt7, 11.
  • Hinterbliebene und Berufsunfähigkeit lassen sich mit absichern1.
Nachteile
  • Kein Geld zurück bei Kündigung. Du kannst nur die Beiträge stoppen, die Verwaltungskosten laufen weiter7, 10.
  • Nicht vererbbar. Nur Ehepartner und Kinder lassen sich über einen Zusatz absichern1, 10.
  • Nicht beleihbar, keine Auszahlung auf einmal, frühestens ab 62.
  • Die Rente wird im Alter versteuert, ab 2058 zu 100 %2.
  • Viele Verträge sind teuer. Ein Wechsel zu einem anderen Anbieter geht nur, wenn der Vertrag ihn erlaubt7, 10.
  • Stirbst du früh und hast keinen Hinterbliebenen-Zusatz, ist ein Großteil des Geldes weg7.
  • Wie hoch die Rente wird, steht erst zu Rentenbeginn fest.

Achte auf die Kosten. Die Verbraucherzentrale warnt, dass hohe Abschluss- und Verwaltungskosten den Steuervorteil oft auffressen7. Frag deshalb immer nach den Effektivkosten15: Das ist eine Prozentzahl, die zeigt, wie viel Rendite dich der Vertrag jedes Jahr kostet. Je kleiner, desto besser.

Lohnt sich die Rürup‑Rente?
Für wen ja und für wen nicht

Die Rürup-Rente lohnt sich vor allem für Selbstständige ohne Pflicht zur gesetzlichen Rente und für Gutverdiener mit hohem Steuersatz, die das Geld bis zur Rente sicher nicht brauchen. Bei niedrigem Steuersatz oder wenn du vor der Rente an dein Geld willst, passt ein anderer Baustein meist besser.

+

Lohnt sich meist für

Selbstständige ohne Pflicht zur gesetzlichen Rente, die fürs Alter vorsorgen müssen. Gutverdiener mit hohem Steuersatz. Alle, die das Geld bis zur Rente sicher nicht brauchen und keine Familie über das Guthaben absichern müssen.

−

Weniger passend, wenn

dein Steuersatz niedrig ist, du an das Geld vorher heran willst (zum Beispiel für eine Wohnung), du Kapital vererben möchtest oder dein Einkommen stark schwankt und du Beiträge nicht sicher zahlen kannst.

Für manche ist sie genau richtig, für viele passt ein anderer Baustein besser. Wie groß deine Lücke überhaupt ist, zeigt dir der Rentenlücke-Rechner. Was du mit der Rürup-Rente an Steuer sparst und was daraus wird, rechnet der Rürup-Rente Rechner.

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Rürup, Fondspolice, Altersvorsorgedepot oder ETF-Sparplan?

BasisrenteFondspoliceAltersvorsorgedepot (ab 2027)Freier ETF-Sparplan
FörderungBeiträge absetzbar bis 30.826 €keine, Beiträge nicht absetzbarZulage bis 540 € plus 300 € je Kindkeine
Geld vor der Renteneinja, Geld entnehmen jederzeit möglich, ohne zu kündigen (vor 62 oder in den ersten 12 Jahren: Abgeltungsteuer auf den Gewinnanteil, 15 % Teilfreistellung)neinjederzeit
Auszahlungnur lebenslange Rente, ab 62lebenslange Rente oder alles auf einmalRente oder Auszahlplan, in der Regel ab 65wann und wie du willst
Vererbennein, nur Rente für Ehepartner und Kinderja, je nach Vertrag an BezugsberechtigteRest aus dem Auszahlplan jaja
Steuer beim Sparenkeinekeinekeinejährlich kleine Vorabpauschale, beim Verkauf auf Gewinne
Steuer im Alterauf die Rente, ab Rentenbeginn 2058 vollauf einmal ab 62 und nach 12 Jahren: 15 % des Gewinns steuerfrei (Teilfreistellung), vom Rest die Hälfte, also 42,5 % des Gewinns. Als Rente: Ertragsanteil, mit 67 sind 17 % der Rente steuerpflichtigauf die Auszahlungenauf Gewinne, Abgeltungsteuer
Kostenje nach Vertragje nach VertragStandarddepot höchstens 1,0 %Fondskosten, je nach Anbieter Depotgebühren

Quellen: Basisrente1, 2, 7, Fondspolice2, 12, 13, 14, Altersvorsorgedepot9, ETF-Sparplan12. Fondspolice: Von 15 % des Gewinns steuerfrei, vom Rest die Hälfte, also 42,5 % mit deinem persönlichen Steuersatz (eigene Berechnung). Mehr dazu in unseren Ratgebern Fondspolice oder ETF-Sparplan und Altersvorsorgedepot 2027.

Es muss kein Entweder-oder sein. Viele kombinieren einen Baustein mit Förderung und einen freien Sparplan, an den sie jederzeit herankommen. Wie ein Sparplan über viele Jahre wirkt, zeigt die Seite Vermögensaufbau mit ETF-Sparplan.

Passt die Rürup-Rente zu dir?

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Weiterlesen zur Altersvorsorge

Häufige Fragen zur Basisrente

Was ist eine Rürup-Rente?

Eine private Rente fürs Alter, die der Staat über die Steuer fördert. Im Gesetz heißt sie Basisrente. Die Beiträge kannst du absetzen, dafür bekommst du das Geld nur als lebenslange Rente jeden Monat, frühestens ab 62, und die Rente wird im Alter versteuert.

Für wen lohnt sich die Rürup-Rente?

Vor allem für Selbstständige und Gutverdiener mit hohem Steuersatz, die das Geld bis zur Rente sicher nicht brauchen und keine Familie über das Guthaben absichern müssen. Bei niedrigem Steuersatz oder wenn du flexibel bleiben willst, passen andere Wege meist besser.

Lohnt sich die Rürup-Rente 2026 noch?

Ja, wenn dein Steuersatz heute hoch ist und du das Geld bis zur Rente nicht brauchst: Seit 2023 sind die Beiträge zu 100 % als Sonderausgaben absetzbar, 2026 bis 30.826 € im Jahr als Single und 61.652 € als Ehepaar. Der Höchstbetrag steigt jedes Jahr mit dem Höchstbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung, 2025 waren es 29.344 €. Ob sie sich für dich lohnt, hängt wie bisher von deinem Steuersatz heute und im Alter ab.

Wie hoch ist der Rürup-Höchstbetrag 2026?

Bis 30.826 € im Jahr als Single, 61.652 € als Ehepaar mit gemeinsamer Steuererklärung, seit 2023 zu 100 %. Der Betrag ergibt sich aus 24,7 % von 124.800 €, dem Höchstbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung 2026. Bei Angestellten zählen die Beiträge zur gesetzlichen Rente (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil) mit in diesen Betrag. Ihr Spielraum ist deshalb kleiner.

Kann ich in die Rürup-Rente auch eine Einmalzahlung leisten?

Ja, wenn der Vertrag es vorsieht: Du kannst einmalig einzahlen oder zu laufenden Beiträgen etwas dazuzahlen, und das Finanzamt rechnet die Zahlung dem Jahr zu, in dem sie geflossen ist. Absetzbar ist sie nur bis zum Höchstbetrag dieses Jahres, 2026 also bis 30.826 € als Single, abzüglich deiner Beiträge zur gesetzlichen Rente. Was darüber liegt, kannst du nicht in spätere Jahre mitnehmen. Größere Summen teilst du deshalb besser auf mehrere Jahre auf.

Lohnt sich die Rürup-Rente für Beamte?

Für Beamte kann die Rürup-Rente sinnvoll sein, ihr Höchstbetrag ist aber gekürzt: Das Finanzamt zieht einen gedachten Beitrag zur gesetzlichen Rente ab, als ob Beamte selbst einzahlen würden. 2026 sind das 18,6 % der Dienstbezüge, gerechnet höchstens bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 101.400 €. Bei 60.000 € Bezügen werden 11.160 € abgezogen, für die Basisrente bleiben 19.666 € im Jahr. Selbst bei sehr hohen Bezügen bleiben rund 11.966 €. Interessant ist sie für Beamte mit hohem Steuersatz, die neben der Pension zusätzlich vorsorgen wollen und das Geld bis zur Rente nicht brauchen.

Lohnt sich die Rürup-Rente noch für Rentner?

Für Rentner, die noch Einkommensteuer zahlen, kann sich die Rürup-Rente lohnen: Du darfst auch im Ruhestand einzahlen und die Beiträge als Sonderausgaben absetzen, denn das Gesetz setzt keine Altersgrenze nach oben, nur die Rente selbst beginnt frühestens mit 62 (§ 10 Einkommensteuergesetz).

Möglich ist auch eine Sofortrente: Du zahlst einen Einmalbeitrag, und die lebenslange Rente beginnt gleich danach, wenn der Anbieter das anbietet. Absetzbar ist der Beitrag bis zum Höchstbetrag des Jahres, in dem du zahlst, 2026 also bis 30.826 € als Single und 61.652 € als Ehepaar. Zahlst du keine Beiträge mehr in die gesetzliche Rente, steht dir dieser Betrag voll zur Verfügung.

Für die Steuer auf die Rente zählt das Jahr, in dem sie beginnt: Startet deine Rürup-Rente 2026, sind 84 % davon steuerpflichtig, bei Beginn 2027 sind es 84,5 %, und dieser Anteil bleibt für die ganze Rentenzeit gleich (§ 22 Einkommensteuergesetz, Tabelle oben). Passend ist sie für Rentner mit spürbarer Einkommensteuer, die Geld übrig haben, das sie nicht mehr flexibel brauchen, und sich eine zusätzliche lebenslange Rente wünschen. Ob es sich für dich rechnet, prüfen wir im Renten-Check mit deinen Zahlen.

Ab welchem Einkommen lohnt sich die Rürup-Rente?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Unter dem Grundfreibetrag von 12.348 € zu versteuerndem Einkommen sparst du nichts, weil du keine Einkommensteuer zahlst. Darüber sparst du auf jeden eingezahlten Euro deinen Grenzsteuersatz, zwischen 14 % und 42 % (ab 277.826 € 45 %). Je höher er heute und je niedriger er im Alter ist, desto eher lohnt sie sich.

Wie und ab wann wird die Rürup-Rente ausgezahlt?

Frühestens ab dem 62. Geburtstag, und nur als lebenslange Rente jeden Monat, die nicht sinken darf. Eine Auszahlung auf einmal oder ein Auszahlplan ist nicht erlaubt. Nur eine sehr kleine Rente darf der Anbieter mit einer Einmalzahlung abfinden.

Gibt es eine Rürup-Rente mit ETFs?

Ja, als fondsgebundene Basisrente. Die Beiträge fließen bis zur Rente in Fonds, oft auch in ETFs. Die Regeln bleiben gleich: keine Auszahlung auf einmal, lebenslange Rente ab frühestens 62. Wie viel Rente du bekommst, hängt vom Guthaben und vom Rentenfaktor ab. Achte auf die Effektivkosten des Vertrags.

Welche Rürup-Rente lohnt sich am meisten?

Am meisten lohnt sich die Rürup-Rente, deren Kosten niedrig sind, deren Rentenfaktor hoch ist und deren Anlage zu deinem Ziel passt. Einen Vertrag, der für alle der beste ist, gibt es nicht. Diese Punkte solltest du vergleichen: die Effektivkosten (eine Prozentzahl, die zeigt, wie viel Rendite dich der Vertrag jedes Jahr kostet), den Rentenfaktor (wie viel Rente du je 10.000 € Guthaben bekommst und ob er garantiert ist), den Anteil an Fonds oder ETFs, die Höhe der Garantien (je mehr garantiert ist, desto weniger fließt in Aktien) und ob du Berufsunfähigkeit oder Hinterbliebene mit absichern willst. Welche zu dir passt, klären wir im Renten-Check.

Was sind die Nachteile der Rürup-Rente?

Das Geld ist bis zur Rente gebunden, kein Geld zurück bei Kündigung, nicht vererbbar und keine Auszahlung auf einmal. Die Rente wird im Alter versteuert, ab Rentenbeginn 2058 voll. Viele Verträge sind teuer, und wer früh stirbt, verliert ohne Hinterbliebenen-Zusatz einen Großteil des Geldes.

Warum lohnt sich die Rürup-Rente für manche nicht?

Weil der Steuervorteil von deinem Steuersatz abhängt und das Geld bis zur Rente fest gebunden ist, passt die Rürup-Rente nicht zu jedem. Prüf vor allem vier Punkte: Zahlst du wenig Einkommensteuer, sparst du heute auch wenig. Brauchst du das Geld vor der Rente, zum Beispiel für eine Wohnung, kommst du nicht heran. Eine Auszahlung auf einmal gibt es nicht, nur eine lebenslange Rente ab frühestens 62. Und vererben lässt sich das Guthaben nicht. Mit einem Zusatz bekommen nur Ehepartner und Kinder eine Rente. Wer hoch besteuert ist und das Geld bis zur Rente nicht braucht, nutzt den Steuervorteil dagegen voll.

Was passiert im Todesfall mit dem Geld?

Ohne Zusatz verfällt das Guthaben, deine Erben bekommen nichts. Mit einem Hinterbliebenenschutz im Vertrag bekommen dein Ehepartner oder eingetragener Lebenspartner und deine Kinder, für die es Kindergeld gibt, eine Rente. Andere Erben sind ausgeschlossen.

Kann ich den Vertrag kündigen?

Nicht so, dass du dein Geld zurückbekommst: Eine Auszahlung bei Kündigung ist bei der Basisrente nicht erlaubt. Du kannst die Beiträge stoppen (beitragsfrei stellen). Das Geld bleibt bis zur Rente im Vertrag, und die Verwaltungskosten laufen weiter.

Wird die Rente im Alter versteuert?

Ja. Beginnt die Rente 2026, sind 84 % davon steuerpflichtig. Der Anteil steigt für jeden späteren Jahrgang um 0,5 Prozentpunkte, ab Rentenbeginn 2058 sind es 100 %. Der Anteil deines Startjahrs gilt für die ganze Rentenzeit. Wie viel Steuer du wirklich zahlst, hängt von deinem gesamten Einkommen im Alter ab.

Was ist besser: Rürup-Rente oder Altersvorsorgedepot?

Das hängt von Einkommen und Sparrate ab. Die Rürup-Rente wird über die Steuer gefördert und nimmt hohe Beiträge auf. Das Altersvorsorgedepot ab 2027 wird über Zulagen gefördert, höchstens 540 € im Jahr plus 300 € je Kind. Kleine Sparraten profitieren eher von den Zulagen, hohe Einkommen eher von der Rürup-Rente. Beides lässt sich kombinieren.

Quellen

  1. § 10 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 3 Einkommensteuergesetz (Basisrente, Zusätze, Höchstbetrag, Arbeitgeberanteil, 100 % ab 2023): gesetze-im-internet.de
  2. § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Einkommensteuergesetz (Besteuerungsanteil nach Jahr des Rentenbeginns, Ertragsanteil): gesetze-im-internet.de
  3. § 32a Einkommensteuergesetz, Tarif ab 2026 (Grundfreibetrag 12.348 €): gesetze-im-internet.de
  4. Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See, Werte der knappschaftlichen Rentenversicherung 2026 (Beitragsbemessungsgrenze 10.400 € im Monat, Beitragssatz 24,7 %): deutsche-rentenversicherung.de
  5. Bekanntmachung der Beitragssätze in der Rentenversicherung für 2026 (18,6 % allgemein, 24,7 % knappschaftlich): gesetze-im-internet.de
  6. § 3 Solidaritätszuschlaggesetz (Freigrenze 20.350 €): gesetze-im-internet.de
  7. Verbraucherzentrale, „Rürup-Rente: Auf diese Fallstricke sollten Sie bei der Basisrente achten“ (Stand 02.10.2025): verbraucherzentrale.de
  8. Ihre Vorsorge (Initiative der Deutschen Rentenversicherung), Vorsorgemix für Selbstständige, Krankenversicherung der Rentner: ihre-vorsorge.de
  9. Bundesregierung, „Private Altersvorsorge wird attraktiver“ (Stand 01.06.2026): bundesregierung.de
  10. Bundesfinanzministerium, Schreiben vom 24.05.2017 zur Behandlung von Vorsorgeaufwendungen (mit Änderungen bis 16.12.2021), Rz. 14, 16–34, 37–44, 61–65 (Kürzung des Höchstbetrags bei Beamten): bundesfinanzministerium.de
  11. § 851c Zivilprozessordnung (Pfändungsschutz bei Altersrenten): gesetze-im-internet.de
  12. § 20 Abs. 1 Nr. 6 und § 52 Abs. 28 Einkommensteuergesetz (Fondspolice: halber Gewinn ab 62 und nach 12 Jahren, 15 % steuerfrei); § 18 Investmentsteuergesetz (Vorabpauschale): gesetze-im-internet.de
  13. § 169 Versicherungsvertragsgesetz (Rückkaufswert, Abschlusskosten auf die ersten fünf Jahre verteilt): gesetze-im-internet.de
  14. Stiftung Warentest, „Fondsgebundene Rentenversicherung: Gute ETF-Auswahl, aber oft hohe Kosten“ (14.05.2025), mit Erklärung des Rentenfaktors: test.de
  15. § 2 Abs. 1 Nr. 9 VVG-Informationspflichtenverordnung (Effektivkosten): gesetze-im-internet.de
  16. Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung 2026, § 4 (Beitragsbemessungsgrenze knappschaftliche Rentenversicherung 124.800 €, allgemeine Rentenversicherung 101.400 €): gesetze-im-internet.de
  17. Deutsche Rentenversicherung, „Wachstumschancengesetz: Besteuerungsanteil der Renten steigt langsamer“ (02.04.2024): deutsche-rentenversicherung.de
  18. § 11 Abs. 2 Einkommensteuergesetz (Ausgaben zählen im Jahr der Zahlung, auch bei Einmalzahlungen): gesetze-im-internet.de

Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine Steuer- oder Anlageberatung. Die Rechenbeispiele sind vereinfacht, ohne Kirchensteuer und ohne Kosten des Vertrags. Wie viel Steuer du sparst und im Alter zahlst, hängt von deinem Einzelfall ab. Stand 26.10.2026, alle Angaben ohne Gewähr.

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Was hält dich bisher zurück?

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