Inflation einfach erklärt:
Was sie mit deinem Ersparten macht
Inflation einfach erklärt heißt für mich: ohne Fachbegriffe und mit echten Zahlen. Was steckt hinter der Inflationsrate, was kostet dein Wocheneinkauf heute im Vergleich zu 2020, und warum wird dein Geld auf dem Sparkonto jedes Jahr weniger wert, obwohl der Betrag auf dem Kontoauszug gleich bleibt?
Inflation:
Die kurze Antwort
Inflation heißt: Die Preise steigen im Durchschnitt, und für denselben Euro bekommst du jedes Jahr ein bisschen weniger. Im September 2026 lag die Inflationsrate in Deutschland bei 3,3 %1. Ein Sparkonto bringt im Schnitt 0,73 % Zinsen5. Unterm Strich verliert Geld auf dem Konto damit an Kaufkraft, auch wenn die Zahl auf dem Kontoauszug steigt.
Was ist Inflation?
Inflation bedeutet, dass Waren und Dienstleistungen im Durchschnitt teurer werden. Steigen die Preise um 3 %, bekommst du für dasselbe Geld rund 3 % weniger.
Gemessen wird das vom Statistischen Bundesamt. Es schaut sich jeden Monat einen Warenkorb aus rund 700 Waren und Dienstleistungen an, von Brot über Miete bis zum Friseur1. Wie stark dieser Korb im Vergleich zum Vorjahresmonat teurer geworden ist, das ist die Inflationsrate, die du aus den Nachrichten kennst.
Wichtig: Das ist ein Durchschnitt. Deine eigene Inflation kann höher oder niedriger sein, je nachdem, wofür du dein Geld ausgibst. Wer viel für Lebensmittel ausgibt, hat die letzten Jahre stärker gespürt als der Durchschnitt.
Inflation am Beispiel:
dein Einkaufskorb
Dein Einkaufskorb
Ein Einkauf mit Lebensmitteln, der 2020 genau 50 € gekostet hat, kostet heute:
Beispiel, gerechnet mit dem amtlichen Preisindex für Nahrungsmittel (2020 = 100, September 2026 = 137,2)2. Einzelne Produkte sind stärker oder schwächer gestiegen.
Das Gehalt ist in derselben Zeit bei vielen nicht um 37 % gestiegen. Genau deshalb fühlt sich der Einkauf heute teurer an, auch wenn du „gleich viel“ verdienst.
Die wichtigsten Zahlen zur Inflation
Inflation im September 2026
So viel teurer war das Leben im Schnitt als ein Jahr zuvor1.
Ziel der EZB
Selbst wenn alles nach Plan läuft, steigen die Preise jedes Jahr um rund 2 %4.
Preise seit 2000
Was 2000 im Schnitt 100 € gekostet hat, kostet heute rund 168 €3.
Die mittlere Zahl ist die wichtigste: Die Europäische Zentralbank will rund 2 % Inflation. Inflation ist also kein Ausnahmezustand, sondern der Normalfall. Bei 2 % im Jahr ist ein Betrag nach 20 Jahren nur noch rund zwei Drittel wert.
Wie viel dein eigenes Erspartes in 10 oder 20 Jahren noch wert ist, rechnest du mit unserem Inflationsrechner mit deinen Zahlen aus.
Was Inflation mit deinem Sparkonto macht:
Zinsen minus Inflation
Auf dem Kontoauszug steht jedes Jahr derselbe oder sogar ein höherer Betrag. Entscheidend ist aber, was du dir davon kaufen kannst. Liegen die Zinsen unter der Inflation, verlierst du Kaufkraft. Die Rechnung ist einfach:
Zinsen auf dem Sparkonto
Durchschnitt neue Spareinlagen bis 3 Monate Kündigungsfrist, August 20265
Inflation
Preisanstieg im September 2026 gegenüber dem Vorjahr1
Dein echtes Ergebnis
So viel Kaufkraft verliert dein Erspartes pro Jahr, obwohl du Zinsen bekommst.
Girokonto und Tagesgeld lagen im Durchschnitt bei 0,51 %5. Einzelne Banken zahlen mehr oder weniger als der Durchschnitt. Auch mit gutem Tagesgeld bleibt nach Inflation wenig übrig.
Was das für dich heißt
Der Notgroschen bleibt auf dem Konto
Geld auf dem Konto ist sicher vor Kursschwankungen, und Einlagen sind je Bank bis 100.000 € gesetzlich gesichert6. Für deine Rücklage ist das richtig, auch wenn sie an Kaufkraft verliert.
Langfristiges Geld braucht Sachwerte
Für Geld, das du in 10 oder 20 Jahren brauchst, ist das Konto auf Dauer zu teuer. Hier kommen Sachwerte ins Spiel, zum Beispiel Aktien über ein Depot oder eine vermietete Wohnung.
Ehrlich bleiben
Sachwerte schwanken. Bevor du anlegst, solltest du wissen, wie schlecht es im schlimmsten Fall laufen kann. Das zeigen wir dir in den Artikeln unten mit echten Zahlen.
Wie das mit einem Depot konkret funktioniert, steht im Ratgeber Depot eröffnen. Einen Überblick über alle Bausteine findest du auf der Seite Vermögensaufbau mit ETF-Sparplan.
Was heißt Inflation für dein Geld?
Im Vermögens-Check schauen wir gemeinsam, welcher Teil deines Geldes auf dem Konto bleiben sollte und welcher für dich arbeiten kann. Ehrlich gerechnet, auch im schlechtesten Fall.
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Weiterlesen zum Vermögensaufbau
- Depot eröffnen
- ETF-Sparplan-Rechner
- Geld richtig anlegen
- Wie riskant ist ein ETF-Sparplan?
- Inflationsrechner: Was ist dein Geld in 20 Jahren noch wert?
- Vermögensaufbau mit ETF-Sparplan: der Überblick
- Altersvorsorgedepot 2027: Förderung für deine Altersvorsorge
Häufige Fragen zur Inflation
Was ist Inflation genau?
Inflation bedeutet, dass die Preise für Waren und Dienstleistungen im Durchschnitt steigen. Das Statistische Bundesamt misst das jeden Monat mit einem Warenkorb aus rund 700 Güterarten. Steigen die Preise um 3 %, bekommst du für dasselbe Geld rund 3 % weniger.
Ist mein Geld auf dem Sparkonto nicht sicher?
Vor Kursschwankungen schon, und Einlagen sind je Bank bis 100.000 € gesetzlich gesichert. Vor Inflation schützt das Konto aber nicht: Liegen die Zinsen unter der Inflation, kannst du dir jedes Jahr weniger davon kaufen. Für den Notgroschen ist das Konto trotzdem der richtige Ort.
Warum will die EZB überhaupt Inflation?
Die Europäische Zentralbank strebt mittelfristig 2 % Inflation an. Ein leichter, stabiler Preisanstieg gilt als gesünder als sinkende Preise. Für dich heißt das: Mit rund 2 % Preisanstieg pro Jahr solltest du auf Dauer rechnen.
Wie rechne ich aus, was mein Geld in 20 Jahren noch wert ist?
Mit unserem Inflationsrechner. Du gibst Betrag, Jahre und Inflationsrate ein und siehst, wie viel Kaufkraft übrig bleibt.
Quellen
- Statistisches Bundesamt, Verbraucherpreisindex und Inflationsrate (Warenkorb rund 700 Güterarten; Inflationsrate September 2026: +3,3 %, monatlich automatisch aktualisiert über die Zeitreihe der Deutschen Bundesbank): destatis.de
- Statistisches Bundesamt, Verbraucherpreisindex nach 12 Kategorien, Nahrungsmittel (2020 = 100, September 2026 = 136,6, monatlich automatisch über die Deutsche Bundesbank): destatis.de
- Verbraucherpreisindex Deutschland, Jahresdurchschnitte (2020 = 100; 2000: 75,5), Zeitreihe BBDP1.A.DE.N.VPI.C.A00000.I20.A: bundesbank.de
- Europäische Zentralbank, Geldpolitische Strategie: ecb.europa.eu
- Deutsche Bundesbank, MFI-Zinsstatistik, Neugeschäft Einlagen privater Haushalte: Kündigungsfrist bis 3 Monate (SUD105) 0,73 %, täglich fällig (SUD101) 0,51 %, August 2026: bundesbank.de
- BaFin, Einlagensicherung und Anlegerentschädigung: bafin.de
Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine Anlageberatung. Inflations- und Zinswerte aktualisieren sich monatlich automatisch aus den genannten Quellen. Stand des Einkaufskorb-Beispiels: September 2026, alle Angaben ohne Gewähr.